
Viele Venture-Capital-Firmen hatten in den letzten Jahren, nach dem Crash der sog. New Economy, die Möglichkeit Ihre Kräfte zu sammeln und warteten quasi auf einen Aufhänger, um so richtig durchzustarten. Nach Meinung so mancher "Experten" ist dieser nun da: die Neuerfindung des Internets:
Web 2.0. Alles interaktiver, sozialer, kultureller, et cetera.
Ins Rollen kam das Ganze mit dem Entstehen der Blogs, der Internet-Tagebücher, und der Möglichkeit der Syndizierung von Informationen durch RSS. Der Durchbruch kam, als mittels Javascript und XML erste interaktive Web-Anwendungen entstanden, für die Jesse James Garret den Brand
AJAX prägte. Flickr und Co. setzen zudem nicht mehr auf das alte Erstellen und Publizieren von Informationen, sondern auf das Teilen und Partizipieren. Mitmachen ist die Devise.
Geprägt wurde der Begriff von Tim O'Reilly in seinem Artikel
What Is Web 2.0 und es vergeht kein Tag an dem nicht ein neuer Web 2.0-Blog irgendwo auf der Welt aufgemacht wird. Das Thema ist der übergeordnete Hype über In-Themen wie
AJAX und
XML und so mancher fühlt sich an die alten Zeiten des großen Internet-Geldes erinnert.
Zwar sollte man sich zwar eigentlich hüten, auf jeden schnell anfahrenden Internet-Zug aufzuspringen, da man ja aus der Erfahrung gelernt haben sollte, aber die Anschauung, die hinter dem Begriff steht, ist interessant und eines zweiten Blickes wert.
Die spannenden Projekte, die in den letzten Jahren entstanden sind, haben begonnen des Web zu verändern:
Blogger verlinken Ihre Artikel nicht mehr nur, sondern sie setzen
Trackbacks, die dem Leser anzeigen, wer sich auf einen Artikel bezieht (Thema: semantisches Web); tausende Hobby-Fotografen teilen Ihre Bilder über moderne und interaktive Web-Dienste wie
Flickr; die Link-Sharing-Dienste wie
del.icio.us boomen; jedermann ist aufgerufen an der weltweit einzigartigen Enzeklopädie
Wikipedia mitzuschreiben; kein Mensch muss eine Seite mehr manuell nach Neuigkeiten untersuchen, wenn der Betreiber einen
RSS-Feed anbietet und so weiter...
Die Technologie entwickelt sich und damit auch das Internet. Ob man das nun gleich Web 2.0 nennen muss, ist fraglich. Es sieht vielmehr danach aus, daß der Begriff allein zum Einsammeln von Geld bei Leuten herhalten muß, die mit der Internet-Technik nicht viel Erfahrung haben. Es bleibt zu hoffen, daß die aktuelle Entwicklung etwas vernünftiger als vor 6 Jahren voranschreitet und wir uns nicht erneut euphorisiert wie die Lemminge in den Orkus amerikanischer Börsenmakler begegeben.
Die Diskussion im Internet ist jedenfalls sehr rege und belegt, daß die Gemeinde gegenüber negativen Auswirkungen des Hypes sehr wach ist und das ist auch gut so.
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