Die meisten Programme, die im Lieferumfang von Windows enthalten sind,
sind sehr nützlich. Einige davon nur für eine spezielle Zielgruppe oder gar
nicht. Von Letzteren gibt es einige Exemplare, die sich jedoch partout nicht
über die erlernten Wege (Systemsteuerng / Software / Windows-Komponenten)
deinstallieren lassen.
Ein solches Programm ist der Windows Messenger, der Microsoft'sche
Beitrag zur direkten Kommunikation übers Internet. Ein sehr nützliches
Programm für all jene, die gerne mit Ihren Freunden chatten, aber sinnlos
und speicherfressend für Mitmenschen, die lieber auf anderem Wege
kommunizieren. Dem kleinen Tool haftet zudem der Makel eines Einfallstores
für Würmer wie Mytob und Co. an und ist schon deshalb ein Kanditat für die
Software-Leichenhalle.
Merkwürdigerweise kann man ihn aber nur mit Mühen restlos aus dem
eigenen System verbannen. Wie es geht zeigen die folgenden 3 Alternativen.
Alternative 1
Wie bereits erwähnt kann man prinzipiell Windows-Zubehör über die
Systemsteuerung / Software / Windows-Kompontenten entfernen. Dort existiert
zwar auch ein Eintrag namens "Windows Messenger", aber wenn ihn
darüber entfernt, wird im Prinzip lediglich die Oberfläche des Tools
entfernt, aber nicht das komplette Programm. Das liegt u.a. daran, dass in
der Liste der Windows-Kompontenten beileibe nicht alle vorhandenen
aufgeführt sind.
Der Ansatz von Microsoft die Deinstallation bestimmter Programme vor dem
Benutzer zu verstecken ist vielleicht darin begründet, das man ihn vor sich
selbst schützen muss, aber im Fall des Messengers ist das eher bedenklich.
Verantwortlich für die Anzeige der Windows-Kompontenten ist die Datei
SYSOC.INF im INF-Ordner des Windows-Verzeichnisses. Öffnet man diese, wird
man feststellen, dass dort unter Components einige Einträge
verzeichnet sind, die nicht in der Liste stehen. Dies liegt am vorletzten
Parameter hide einer jeden Zeile. Die Zeile, die für den
Windows-Messenger zuständig ist, beginnt mit msmsgs.
Beispiel:
[Components]
NtComponents=ntoc.dll,NtOcSetupProc,,4
WBEM=ocgen.dll,OcEntry,wbemoc.inf,hide,7
com=comsetup.dll,OcEntry,comnt5.inf,hide,7
dtc=msdtcstp.dll,OcEntry,dtcnt5.inf,hide,7
IndexSrv_System = setupqry.dll,IndexSrv,setupqry.inf,,7
TerminalServer=TsOc.dll, HydraOc, TsOc.inf,,2
msmq=msmqocm.dll,MsmqOcm,msmqocm.inf,,6
ims=imsinsnt.dll,OcEntry,ims.inf,,7
msmsgs=msgrocm.dll,OcEntry,msmsgs.inf,hide,7
...
Man kann das Wörtchen "hide" getrost aus allen Zeilen entfernen, denn damit
wird nicht deinstalliert, sondern es wird nur dafür gesorgt, das man das
betreffende Zubehör über die Systemsteuerung deinstallieren kann!
Alternative 2
Einige Programme des Windows-Zubehörs, den man z.B. bei Microsoft
herunterladen kann, wie die Windows Power-Tools, werden über eine INF-Datei
installiert. In dieser Textdatei stehen alle Anweisungen, die erfolgen
müssen, um das Tool erfolgreich zu installieren. Oftmals enthalten sie auch
Anweisungen zum Deinstallieren.
Schaut man sich im INF-Ordner etwas um, so wird man auch auf eine MSMSGR.INF stossen, mit deren Hilfe der Windows-Messenger auf das System
gekommen ist. Mit folgender Anweisung, die man unter Startmenü \ Ausführen
eingibt, wird die in der INF-Datei enthaltene Remove-Sektion verarbeitet und
das Tool restlos deinstalliert:
RunDll32 advpack.dll,LaunchINFSection %windir%\inf\msmsgs.inf,BLC.Remove
Alternative 3
Ein sicherer Weg ist das seit 5 Jahren um das Wohl von XP-Nutzern bemühte
Programm XP-Antispy von Christian
Taubenheim. Es erledigt die Installation per Mausklick und verfügt zudem
über eine Menge weiterer Funktionen, um Windows XP wieder etwas mehr zum eigenen
System zu machen.
Re-Installation
Hat man sich des Messengers entledigt hat und stellt irgendwann fest, dass man
doch ein paar chattende Freunde hat, so gibt es nur einen Weg: http://messenger.msn.de.
Dort gibt es neben der installierbaren Version auch einen WebMessenger, der im
Web-Browser läuft und keine Spuren auf dem Rechner hinterlässt.