Ist in einem Netzwerk ein RIS-Server (Remote Installation Service) zur vereinfachten Installation
von PXE-fähigen Clients (Pre-Boot Execution Environment) im Einsatz, so kommt es hin und wieder mal vor, dass
neue Hardware (meistens Notebooks ;) Netzwerkkarten verwendet, die der
RIS-Installationssatz noch nicht kennt. Die Installation bricht bereits im
Textmodus mit einer Fehlermeldung ab. Es ist jedoch relativ leicht der
RIS-Installation neue Treiber hinzuzufügen, auch wenn es nicht besonders gut
dokumentiert ist. Dies gilt sowohl für die zwingend erforderlichen
Netzwerkkartentreiber, als auch für Treiber von neuen Grafikkarten,
Audiocontrollern, etc.
Schritt 1
Es gibt signierte, also von Microsoft für ein bestimmtes Betriebssystem
freigegebene Treiber, die neben der SYS- und der INF-Datei, eine CAT-Datei
beinhalten, und unsignierte, die man zwar auch einsetzen kann, aber nicht
ohne der RIS-Konfiguration dies mitzuteilen. Hierzu muss man die
Setup-Parameter ändern, die sich in der SIF-Datei jedes
Installationsabbildes befindet. Der Standardpfad zur SIF-Datei lautet
schematisch:
...\RemoteInstall\Setup\<Sprache>\Images\<Ordnername>\i386\Templates\ristndrd.sif
Für eine deutsche XP-Installation könnte der Pfad also lauten:
...\RemoteInstall\Setup\German\Images\WIN_XP\i386\Templates\ristndrd.sif
Die SIF-Datei ist wie eine INI-Datei aufgebaut und im Abschnitt [Unattendet]
muss man folgenden Parameter hinzufügen, um unsignierte Treiber verwenden zu
können:
DriverSigningPolicy=Ignore
Schritt 2
Um überhaupt OEM-Treiber zuzulassen muss zudem im gleichen Abschnitt
der SIF-Datei folgende 2 Parameter vorhanden sein:
OemPreinstall = Yes
OemPnpDriversPath = Drivers\Nic;Drivers\Video;Drivers\Chipset
Die Pfade des zweiten Parameters beziehen sich auf den späteren Pfad zu
den Treibern. Weitere Pfade zu anderen Treibern wie Grafikkarte etc., werden
mit einem Semikolon voneinander getrennt.
Schritt 3
Die Treiberdateien (SYS, INF, CAT) müssen nun zunächst in folgenden Ordner kopiert
werden:
...\RemoteInstall\Setup\<Sprache>\Images\<Ordnername>\i386
Dadurch wird ermöglicht, dass das Setup die Treiber während des Textmodus
verwenden kann.
Schritt 4
Auf der gleichen Ebene wie i386 muss nun für das Beispiel Netzwerkkartentreiber Ordner
mit folgendem Pfad erzeugt werden:
...\RemoteInstall\Setup\<Sprache>\Images\<Ordnername>\$oem$\$1\Drivers\Nic
In diesen Ordner werden die Treiberdateien ebenfalls kopiert. Das gleiche
gilt auch für alle anderen Arten von Treibern, nur lautet dann der letzte Ordner
anders. Z.B. Audio, Video, Chipset, Video, etc.
Schritt 5
Da für jeden Treiber im Abbild eine PNF-Datei vorhanden sein muss und die
Erzeugung dieser Dateien aufgrund von Zeitersparnis immer nur beim Start des
RIS-Dienstes erfolgt, muss nun der Dienst mit folgenden beiden Befehlen an der
Kommandozeile neu gestartet werden:
net stop binlsvc
net start binlsvc