RSS eignet sich hervorragend sich über interessante
Themen über das Internet auf dem Laufenden zu halten. Der Vorteil gegenüber
klassischen Newslettern (Push-Prinzip) ist, daß der Anwender
selbst bestimmen kann, wann er sich mit welchen Informationen versorgt (Pull-Prinzip).
Nachteil: er benötigt ein spezielles Programm mit dem er die im XML-Format
vorliegenden RSS-Feeds lesen kann.
Auf dem Markt der RSS-Reader geht es munter zu. So gibt es neben den klassischen
Anwendungen auch Plug-Ins für diverse eMail-Programme oder Browser. Der Funktionsumfang
der einzelnen Programme könnte unterschiedlicher nicht sein. Bewährt haben sich
u.a. RSS-Bandit oder Sage
(Firefox-PlugIn). Wichtiger Aspekt bei der Auswahl eines RSS-Readers ist
die u.a. die Fähigkeit OPML-Dateien mit der Zusammenfassung
aller abonnierten Feeds importieren bzw. exportieren zu können. Wechseln man
irgendwann die Software, so muss man dann nicht jeden Feed von Hand abonnieren.
Alle jedoch haben eines gemeinsam: man muss sie auf einem Rechner installieren.
Die Betonung liegt dabei auf "einem Rechner" und weist auf einen weiteren Nachteil
hin: man abonniert RSS-Feeds, freut sich über die Funktion, dass das Programm
gelesene Einträge wegfiltert, et cetera und sitzt irgendwann an einem anderen
Rechner, auf dem weder die Anwendung noch die persönlichen Einstellungen verfügbar
sind...
Ein wesentlich besserer Ansatz sind daher Online RSS-Reader, die man über
jeden Browser auf jedem Rechner über das Internet benutzen kann. Doch gerade
auf diesem Markt vergeht kein Tag an dem nicht ein neuer RSS-Dienst entsteht
und der Funktionsumfang der einzelnen Tools ist noch unterschiedlicher als bei
den installierbaren Programmen. Aus diesem Grund möchte ich hier einige Vertreter
dieser Software-Gattung vorstellen und auch bewerten. Grundlage der Bewertung
sind neben grafischen Aspekten vor allem folgende Anforderungen an den Funktionsumfang
der Dienste:
- Anmeldung am Dienst
- Angebotene Sprachen
- OPML-Import
- Kategorisierung der RSS-Feeds
- Aggregation mehrerer RSS-Feeds auf einer Seite
- Ansicht der Einträge (Headlines, Vollansicht, et cetera)
- Markierung von gelesenen Einträgen
- Programmierung (AJAX)
- Interpretation von HTML und StyleSheet-Angaben innerhalb des Eintrags
Einige dieser Dienste bieten weitere Funktionen wie integrierte Blogs et cetera. Diese Zusatzfunktionen spielen bei der Bewertung jedoch keine Rolle,
denn hier geht es lediglich um das bequeme Lesen von RSS-Feeds.
NewsAlloy 
(http://www.newsalloy.com)
Update vom 30.12.05
Bei RSS-Blogger.de bin ich auf
einen weiteren Vertreter der RSS-Reader-Gattung gestoßen, den ich gleich
ausprobiert habe: NewsAlloy. Das Tool liegt zwar erst einer Beta-Version
vor, aber dennoch macht es von allen hier vorgestellten RSS-Readern den
besten Eindruck und erhält von mir daher auch 5 Sterne. Ein Grund hierfür
ist sicherlich auch der konsequente Einsatz von AJAX.
Die Fakten: die kostenlose Anmeldung erfolgt, wie so oft über ein
Web-Formular und einer Verifikations-Mail; sprachlich ist man bei NewsAlloy
leider auf das Englische beschränkt; in Sachen OPML-Import gibt sich der
Dienst keine Blöße: URL- und Datei-Import werden unterstützt und
funktionieren recht flott. Die in der OPML-Struktur vorhandenen Kategorien
werden in sog. "Channels" umgewandelt und unter einem frei wählbaren Ast im
Navigationsbaum korrekt dargestellt. Mehr noch: als eines der wenigen Tools,
wird im Baum auch ein eventuell vorhandenes Fav-Icon der Feed-Web-Seite
verwendet.
Neben der Einordnung der Feeds in Channels, existieren in NewsAlloy vier
Hauptzustandskategorien bzw. Ordner: Archive, Pinned, Trash und Inbox, die
jeweils durch einen Eintrag unter dem Navigationspunkt "Folders & Shortcuts"
repräsentiert werden. Damit kann man einzelne Beiträge entweder archivieren,
hervorheben oder "löschen". Beiträge im Normalzustand stehen im Ordner "Inbox",
unabhängig davon, ob sie schon gelesen wurden order nicht. Das Ganze
erinnert etwas an den Umgang mit eMails.
Klickt man im Navigationsbaum entweder auf einen der Channel, so werden
alle Beiträge der darin enthaltenen Feeds auf der Seite aggregiert. Über die
Settings voreingestellt ist sogar, daß alle ungelesenen Beiträge in der
Reihenfolge oben erscheinen, auch wenn sonst nach Datum absteigend sortiert
wird. Über einen Datumsfilter an der rechten Seite, kann zudem festgelegt
werden, aus welchem Zeitraum die anzuzeigenden Beträge sein sollen.
Die Ansicht der Beiträge ist, AJAX sei Dank, sehr dynamisch. Zunächst
werden lediglich der Titel und die Kurzbeschreibung angezeigt. Der Benutzer
ist nun in der Lage einzelne oder alle Beiträge auszuklappen, um den
kompletten Text des Beitrags zu lesen. Alle Feed-Beiträge verfügen über eine
Checkbox, mit deren Hilfe man die Ansicht der Einträge manipulieren kann
bzw. den Status über eine "Action"-Liste verändern kann. Neben den o.g.
Hauptzuständen auch den Nicht-Gelesen/Gelesen-Status.
Neben der wirklich intuitiven und praktischen Oberfläche, kann NewsAlloy
auch in punkto HTML-Code-Darstellung punkten. Die Beiträge werden so
angezeigt, wie der Autor sich das vorgestellt hat.
Etwas nervig hingegen ist ein Feature, das man leider noch nicht
abschalten kann: die Seite wird alle paar Minuten automatisch neu geladen,
um die Ansicht der Feeds aktuell zu halten. Das ist zwar ganz nett, aber
manchmal stört es schlichtweg, wenn z.B. Firefox aus der Taskleiste aufpoppt
und man gerade versucht etwas zu schreiben, z.B. diesen Artikel.
Fazit: ein paar kleine Kinderkrankheiten, aber schon ein ganz Großer...
Bloglines 
(http://www.bloglines.com)
Bloglines ist einer der bekanntesten Vertreter der RSS-Reader-Gattung.
Die Registrierung erfordert neben einem Passwort und einer gültigen eMail-Adresse,
an die eine Registrierungsvalidierung geschickt wird, die Angabe der gewünschten
Sprache. Zur Zeit sind 9 Sprachen im Angebot: englisch, deutsch, französisch,
spanisch, italienisch, portugiesisch, japanisch, trad. chinesisch und klingonisch!
Letzteres ist wohl eher was für eingefleischte Trekkies.
Bei der Anlage eines neuen Feeds kann man den Speicherort innerhalb der Navigationsbaums
am linken Rand der Seite angeben. Nur dort ist es möglich neue Ordner anzulegen.
Der Navigationsleiste hat zwar einen Edit-Modus, in diesem kann man jedoch in
Bezug auf die enthaltenen Elemente nur Einfluss auf die Reihenfolge nehmen und
löschen.
Benutzer, die bereits einen gewissen Stamm an täglich zu lesenden Feeds haben,
werden den OPML-Import schmerzlich vermissen suchen. Er verbirgt
sich im Edit-Modus unter Extras, ebenso wie der OPML-Export der bestehenden
Einträge. Der Import funktioniert zügig, wenn auch mit ein paar Fehlern und
nur Datei-basierend, d.h. es werden keine URL's akzeptiert. So werden anscheinend
Feed-Gruppen, die einen Punkt enthalten nicht in einem Extra-Ast erzeugt, sondern
direkt im Hauptast. Teilweise werden auch die in der OPML-Datei vergebenen Titel
der Feeds ignoriert
Man kann bei der Anlage eines einzelnen Feeds statt des qualifizierten Pfades
zum RSS-XML-Dokument auch eine URL angeben, die das Tool daraufhin nach verfügbaren
Feeds absucht und in einer Liste darstellt. Dies setzt allerdings voraus, dass
der Betreiber der Seite entsprechende LINK-Tags im HTML-Code aufgenommen hat.
Klickt man im Navigationsbaum auf einen Ordner, so werden alle Feeds, die
darunter angeordnet sind, auf einer Seite untereinander aggregiert. Man hat
dann die Wahl, ob man z.B. alle Einträge oder nur die der letzten 6 Stunden
sehen will. Ingesamt stehen 10 verschiedene Filter zur Verfügung.
Die Ansicht der Einträge auf der Seite lässt sich lediglich über die globalen
Optionen anpassen (Entire Posting, Summaries, Headlines Only). Die Markierung
von gelesen / nicht gelesen funktioniert lediglich für den kompletten Feed.
Man hat allerdings die Möglichkeit einzelne Einträge mit einem "Keep New"-Flag
zu versehen.
Auf AJAX und somit zeitsparendes Nachladen von Teilen der Seite muss man
bei Bloglines weitgehend verzichten. Der Dienst arbeitet mit der HTML-Frame-Technik,
was etwas altmodisch anmutet. Aus dem Code des XML-Dokuments, d.h. des Feed-Eintrags,
werden alle vom Autor eingefügten Formatierungen (Styles) entfernt, was dazu
führt, dass z.B. Bilder nicht dort angezeigt werden wo sie gedacht waren.
Rojo 
(http://www.rojo.com)
Das Rojo Networks-Team aus Kalifornien betreibt seit 2003 den Online-RSS-Reader
Rojo. Die Anmeldung am Dienst geht flott vonstatten, denn sie
verzichtet auf eine Validierung per eMail. Man verfügt in 2 Minuten über einen
vollen und kostenfreien Account zum Lesen von RSS-Feeds. Sprachlich ist das
Tool recht knapp gehalten: englisch, englisch oder englisch. Mal sehen was passiert,
wenn die Besucherzahlen aus dem Rest der Welt steigen.
OPML-Import und -Export werden unterstützt und dies sowohl als Datei, als
auch über eine URL. Am Anfang hatte ich sogar Schwierigkeiten zu verstehen,
wie man RSS-Feeds außer über OPML in Rojo hineinbekommt. Des Rätsels Lösung
ist die kleine Box "Search for feeds". Diese nimmt jegliche URL's entgegen und
sucht dann an der entsprechenden Stelle nach Feeds. Entweder es wird direkt
einer gefunden oder das Tool durchforstet den HTML-Code der Zielseite nach entsprechenden
LINK-Tags. Gefundene Feeds werden direkt übernommen.
Die Kategorisierung findet über Tags, also Stichworte, statt, die man einem
Feed verpassen kann. Die Navigationsliste am linken Rand der Seite stellt standardmäßig
alle vergebenen Tags dar und jeder Eintrag enthält alle mit dem Stichwort versehenen
Feeds. Dabei ist es durchaus möglich mehrere Tags zu setzen, d.h. der Feed wird
dann an verschiedenen Stellen der Navigation eingeordnet. Sehr praktisch für
Feeds, die keiner eindeutigen Kategorie zuzuordnen sind.
Klickt man einen Eintrag in der Navigationsliste an, so werden alle Feed-Einträge
der darin enthaltenen Feeds absteigend nach Datum sortiert angezeigt. Die Anzahl
der gleichzeitig dargestellten Einträge ist allerdings auf 10 begrenzt. Zur
Anzeige weiterer Seiten gibt es eine Seitennavigation. Die Einträge können entweder
als Headline oder komplett auf der Seite ausgegeben werden, wobei man die einzelnen
Beiträge einzeln ein- bzw. ausklappen kann.
Das Ein- und Ausklappen einer Headline zum Betrachten des Beitragstextes
führt zur sofortigen Markierung als "gelesen". Mit Hilfe des Links "Show unread
only" kann man so die gelesenen Beiträge schnell ausblenden, um den Überblick
zu behalten.
Der Dienst wurde komplett mit Hilfe der AJAX-Technik realisiert, was die
Seite sehr schnell macht. Komplette Seiten-Reloads werden während des Stöberns
in den Feed-Einträgen nicht gemacht. Das Outfit ist sehr frisch und übersichtlich.
Der XML-Code des RSS-Autors wird fast vollständig übernommen, d.h. die einzelnen
Feed-Einträge werden so angezeigt, wie sie gedacht waren.
Google Reader 
(http://www.google.com/reader)
Wenn man sich vor Augen hält, dass die Mitarbeiter der Suchmaschine
Google sich einen gewissen Prozentsatz ihrer Arbeitszeit mit eigenen
Projekten beschäftigen dürfen, so wird klar in welche Kategorie dieser
Feed-Reader fällt. Der Dienst ist nun schon seit geraumer Zeit online,
dümpelt aber immer noch im Beta-Status herum. Schade, denn der Ansatz ist
toll. Die Navigation ist einzigartig.
Zur Verwendung des Google Readers benötigt man einen Google- respektive
GMail-Account. Wie üblich wird die Anmeldung per eMail und eine
Authentifizierungsseite verifiziert. Die Oberfläche gibt es zwar nur in
englisch, es bleibt allerdings zu hoffen, dass weitere folgen, sobald der
Release-Status einmal erreicht ist. In Sachen Interaktivität, Ladezeiten et
cetera punktet der Dienst jedoch wieder, denn es wurde konsequent auf
Javascript, also AJAX gesetzt. Kaum einmal wird die Seite komplett neu
geladen. Alle notwendigen Teile werden dynamisch hinzugeladen.
Die Entwickler haben zwar an einen OPML-Import gedacht, jedoch nur
Datei-basiert. Die in der OPML-Struktur vergebenen Kategorien werden jedoch
übernommen und korrekt in dem am oberen Rand der Seite einblendbaren
Navigationsmodul dargestellt. Klick man auf einen Eintrag in dieser sog. "Labels"-Liste,
so werden alle darin enthaltenen Feeds im rechten Teil des Moduls
aufgelistet. Von dort aus kann man die einzelnen Feeds entweder zum Lesen
auswählen oder deren Einstellungen ändern.
Wählt man im Navigationsbereich eine Kategorie aus, so werden alle darin
enthaltenen Feeds in die innovative Beitragsnavigation übernommen. Gelesen
werden kann immer nur ein kompletter Beitrag, der nach der Anwahl sofort als
gelesen markiert wird. Den einzelnen Beiträgen kann man Stichworte
verpassen, um sich z.B. eine Sammlung zu einem bestimmten Thema anzulegen.
Leider nimmt der Google Reader den Beitrags-Code aus der XML-Struktur des
Feeds und erleichtert ihn um sämtliche Formatierungen. Der Beitrag ist zwar
immer noch gut lesbar, aber Bilder werden nicht dort dargestellt, wo der
Autor sie hinhaben wollte.
Newsburst 
(http://www.newsburst.com)
Newsburst ist ein Dienst von CNET Networks, die bereits seit 1995 vielfältige
Dienste im Internet anbieten (download.com, mp3.com, et cetera). Die Umsetzung
eines RSS-Readers ist den Entwicklern recht gut gelungen. Das Tool profitiert
vom generell durchdachten und klaren Layout aller CNET-Seiten. Die kostenlose
und problemlose Registrierung erfordert eine Validierung durch eine zugesandte
eMail. Als Oberflächensprache steht leider nur englisch zur Verfügung.
Unter der Rubrik "Add Source" ist man in der Lage Feeds entweder manuell
einzugeben, eine URL nach Feeds durchsuchen zu lassen oder einen OPML-Import
durchzuführen. Erfreulicherweise wird bei Letzterem der Datei- und der URL-Import
angeboten. Die Kategorisierung wird entweder aus der OPML-Struktur übernommen
oder der Benutzer gibt einen gewünschten Begriff bei der manuellen Anlage an.
Diese Kategorien spiegeln sich dann in der Javascript-gestützten Navigationsleiste
am linken Rand der Seite wieder. Unerklärlicherweise werden jedoch beim OPML-Import
nicht alle Kategorien und Feeds übernommen. Beim Absuchen einer Internet-Seite
nach Feeds wird zwar eine hübsche Liste alle gefundenen Feeds angezeigt, aber
die Zuordnung zu einer Kategorie weist schwere Bugs auf.
Feed-Zusammenfassungen gibt es immer nur für eine jeweils ausgewählte Kategorie.
Filter und Sortieroptionen sucht man leider vergebens. Die Ansicht der Einträge
lässt sich zwischen dem sog. "Stream", in dem die Beiträge untereinander komplett
dargestellt werden, und dem sog. "Dashboard" umschalten. Letzteres gruppiert
die Feeds einer Kategorie in zwei Spalten und zeigt lediglich den Titel und
die Kurzbeschreibung der Beiträge an.
Ein Ungelesen/Gelesen-Modus gibt es nicht. Man muss sich schon merken welche
Beiträge man bereits gelesen hat. Dabei setzt das Tool an einigen Stellen auf
die Javascript/CML-Technik AJAX, mit der so etwas recht einfach zu lösen gewesen
wäre. CNET scheut wohl etwas den damit zusammenhängenden Speicherbedarf. Erfreulich
ist jedoch, dass der Code eines Feed-Beitrages nicht angetastet wird. Bilder
erscheinen dort wo sie der Autor hin haben wollte und die Formatierung ist korrekt.
Alles in allem ist Newsburst ein guter Ansatz, den es gilt auszubauen. Im
derzeitigen Status ist er für Power-RSS-Leser zwar nicht zu gebrauchen, aber
für die gelegentliche Verwendung kann man ihn durchaus empfehlen, vor allem
da das Layout die Augen schont.
Pluck Web Edition 
(http://client.pluck.com)
Die texanische Pluck Corporation, die 2005 bereits mit dem Social
Bookmarking Dienst Shadows herauskam, bietet, neben ihren beiden sehr guten
RSS-Reader-PlugIn's gleichen Namens für Internet Explorer und Firefox, auch
eine in .NET entwickelte Web-Edition des Tools an. Die Registrierung läuft
online und mit der für den Dienstleister sicheren eMail-Validierung ab. Der Account ist, wie bei
allen hier vorgestellten Tools, kostenlos. Sprachlich muss man sich, wie so
oft, an das Englische gewöhnen.
Das Layout der Seite wirkt aufgeräumt. Dies liegt auch daran, dass die
Navigationleiste am linken Rand komplett vom Rest der Seite getrennt und in
der Größe veränderbar ist. Die gute alte HTML-Frame-Technik lässt grüssen.
Wo wir gerade bei der Technik sind: der Dienst ist ziemlich langsam, was
wohl auch daran liegt, dass auf AJAX und sonstige Web-Seiten-Beschleuniger
komplett verzichtet wurde. Jeder Klick zeitigt einen kompletten
Seiten-Reload. Das wäre zu verschmerzen, wenn denn der Code wenigstens auf
die wichtigsten Browser abgestimmt wäre. Im Firefox kommt es leider manchmal
zu argen Fehlstellungen des Layouts. Es sieht so aus, als wäre alles etwas
zu sehr auf die Kompatibilität zum guten alten IE 6.0 getrimmt.
Der OPML-Import existiert zwar, aber nur Datei-gebunden. Dynamisch
erzeugte OPML-Strukturen aus dem Internet werden nicht unterstützt. Ein
Export der angelegten Feeds als OPML-Datei ist ebenfalls nicht möglich.
Alle Feeds, die in Pluck angelegt werden können, landen in einem Ast des
Navigationsbaums, den der Anwender gestalten kann wie er möchte. Bis zu 6
Navigationsebenen können dabei erzeugt werden.
Aggregiert werden die Feeds nicht. Es kann immer nur ein Feed gelesen
werden. Man kann die angezeigten Beiträge jedoch nach dem aktuellen Tag, der
Woche oder dem Monat filtern. Dieses Manko ist auch schon in den
installierbaren Pluck-Versionen zu beobacheten. Für die Beitragsliste werden
zwei Ansichten zur Verfügung gestellt: Titel mit Kurzbeschreibung und
kompletter Beitrag. Der Inhalt des XML-Dokuments wird inklusive der dort
enthaltenen Style-Informationen ausgegeben.
Zu guter Letzt haben die Entwickler bei der Pluck Web Edition auch auf
die Abbildung des Lesestatus verzichtet. Irgendwie verständlich, denn in den
PlugIn-Versionen wird dies bereits mit lokalen Access-Datenbanken erledigt.
Das ist eben platzsparender.
Newsgator 
(http://www.newsgator.com)
Newsgator ist bereits ein alter Hase auf dem Gebiet der
Nachrichtenaufbereitung. Dies merkt man schon daran, dass sich um den Dienst
herum bereits ein ganzes Netzwerk an Produkten entwickelt hat. Von der
Enterprise Edition, die sogar Synchronisationsmöglichkeiten mit anderen
Produkte bietet, bis zum Consulting Service, mit dem Firmen sich u.a.
geeignete Feeds vorschlagen lassen können.
Die Registrierung am Dienst geschieht lediglich mit der Angabe des Namens
und der eMail-Adresse in ein Online-Formular und schon ist man drin. Als
Abwechslung zur englischen Sprache kann man ihn zudem in französisch nutzen.
Weitere Sprachen sind wohl nicht vorgesehen.
Der Umgang mit NewsGator ist in zwei Teile geteilt, ein Lesemodul (Newsgator
Online) und ein Verwaltungsmodul (Newsgator Manager), in dem man u.a. die
Navigationsstruktur frei festlegen kann. Im Test habe ich nach der 6. Ebene
aufgehört zu testen, denn so viele Ebenen braucht kein Mensch. Die
Navigation spielt sich, wie man es von vielen anderen Programmen gewohnt
ist, am linken Rand der Seite in einer Explorer-ähnlichen Baumstruktur ab.
Wenn man unter "Add a Feed \ URL & Import \ Import" erst einmal die
Möglichkeit zum Import von OPML-Strukturen gefunden hat, bemerkt man
erfreut, dass die Entwickler an beide möglichen Varianten gedacht haben:
Datei oder URL. Die in der OPML-Struktur vergebenen Kategorien werden beim
Import in Äste unterhalb des Astes "MyFeeds" umgesetzt.
Die Beiträge werden je nach ausgewähltem Ast komplett über alle Objekte
unterhalb des Astes aggregiert. Dabei kann man jedoch lediglich auf die
angezeigte Reihenfolge nach Datum Einfluss nehmen. Alle Beiträge werden
immer komplett dargestellt. Um bei einzelnen prall gefüllten Kategorien
nicht die Ladezeiten zu strapazieren, werden pro Seite maximal 50 Beiträge
dargestellt. Zum Rest gelangt man über eine Seitennavigation.
Den Lesestatus eines Beitrags kann man lediglich manuell setzen.
Einen Automatismus gibt es dafür nicht. Unter "Settings" kann man
jedoch die Option "Mark items read on view" setzen, die diesen Status nach
Anzeige der Beträge automatisch setzt. Bei der Programmierung des Dienstes haben
die Entwickler nur vereinzelt auf Javascript und XMLHttp gesetzt. Der
jeweils stattfindende Seiten-Reload geschieht jedoch zügig.
Leider erachtet es Newsgator auch als notwendig den Code des Feed-Autors
um Style-Angaben et cetera zu erleichtert. Bekannte Folge: Bilder werden
auschließlich linksbündig am Text klebend dargestellt.
FeedFeeds 
(http://www.feedfeeds.com)
FeedFeeds ist nach eigener Aussage noch eine Beta. Die Anmeldung
findet lediglich über ein Web-Formular statt. Eine eMail-Validierung findet
nicht statt. Die Oberfläche von FeedFeeds ist zwar funktional, aber vieles
erinnert einen an den Beta-Status. Das Layout ist in sich nicht stimmig und
sieht aus wie eine Fingerübung. Zudem setzen die Entwickler noch auf die
Frame-Technik, was nicht mehr ganz State-of-the-Art ist. Die einzige
angebotene Sprache ist, wen wunderts, englisch.
Die Navigation findet auch hier über einen Explorer-ähnlichen Baum statt,
den man per OPML-Datei-Import befüllen kann. Leider fehlt die Möglichkeit
eines URL-Imports. Zumindest bei der Anlage der einzelnen Kategorien ist man
relativ frei. Es sind mehrere Ebenen möglich. Der Versuch angelegte Feeds in
eine OPML-Datei zu exportieren endet in einer Fehlermeldung, dass die
XML-Struktur nicht wohlgeformt sei. Schade.
Klickt man auf einen Ast des Naviagationsbaumes, so werden alle darin
enthaltenen Feeds auf einer Seite gruppiert dargestellt. Man hat lediglich
die Möglichkeit zwischen einer Titielansicht und einer Ansicht mit Titel
plus Kurzbeschreibung zu wechseln. Fährt man mit dem Cursor über den Titel
eines Eintrag, so erscheint ein riesiges Tooltip mit dem Inhalt des
Beitrags. Wie ich finde, keine besonders bequeme Art Feeds zu lesen. Möchte
man den Beitrag auf der Seite des Autors lesen, so existiert für den Sprung
dahin, ein gerade mal ein 4-Pixel breiter Button, den man schon sehr
zielsicher treffen muss.
Auf einen Gelesen-Status wurde, zumindest in dieser Beta-Version,
verzichtet. Einziger Filter ist ein Link namens "Latest" im Navigationsbaum,
der die letzten Einträge anzeigt. Es bleibt jedoch verborgen welchen
Zeitraum das abdeckt.
Sieht man einmal von den Tooltip-Daten ab, die per Javascript
eingeblendet werden, so werden die einzelnen Teile des Framesets immer neu
geladen. Der
Beitragstext im Tooltip wird zudem noch um jegliche Formatierung beraubt,
bevor er eingeblendet wird.
Gritwire 
(http://www.gritwire.com)
Einen gänzlich anderen Ansatz als alle anderen hier besprochenen Dienste
verfolgt Gritwire. Er ist komplett in Flash entwickelt. Aus diesem Grund
hatten die Entwickler bezüglich der Oberfläche völlig andere Möglichkeiten
und diese haben sie genutzt. Das Fenster ist wie ein MDI-Formular eines
normalen Programmes aufgebaut, in dem mehrere Unterfenster schwimmen. Eines
dieser Fenster ist der RSS-Reader namens 'SpeedFeeds'. Weiter Fenster
beherbergen QuickLinks, Podcast's und Wiki's.
Zur Anmeldung benötigt Gritwire lediglich die Informationen, die man über
das SignIn-Formular eingeben muss. Danach geht es schon los. Für Benutzer
ohne DSL ist der Start aufgrund der recht großen Flash-Sourcen zu Anfang ein
Geduldsspiel, aber ist erstmal alles da, geht das Lesen der Feeds recht
flott von der Hand.
Der Aufbau des 'SpeedFeed Reader' ist gängigen Mail-Programmen wie
Outlook nachempfunden. Man findet sich gleich zurecht. Über 'Configure'
verwaltet man das System. Dort ist auch der OPML-Import untergebracht, der
unverständlicherweise leider nur OPML-Dateien unterstützt. Die in der
OPML-Datei enthaltenen Kategorien werden als Äste innerhalb des
Navigationsbaum verwendet, in dem man munter Äste erzeugen kann, wenn man
möchte.
Im Lesebereich, oberhalb der Liste der verfügbaren Einträge, gibt es eine
Kombinationsliste mit insgesamt 4 Filtern, um die Menge der Beiträge in den
Griff zu bekommen, da Gritwire alle Feed-Beiträge unterhalb der aktuell
ausgewählten Kategorie aggregiert. Unter anderem kann man dort auch alle bereits gelesenen
Beiträge herausfiltern, denn sobald ein Einträg ausgewählt wurde und der
Inhalt des Beitrags angezeigt wird, bekommt er den Status 'gelesen'
zugewiesen ... wie man es z.B. von Outlook gewohnt ist.
Die Interpretation des HTML-Codes innerhalb des Feeds ist etwas
abenteuerlich. Bilder, die per Style-Angabe FLOAT an die rechte Seite
gesetzt wurden, erscheinen in Gritwire links neben dem Text. Leider kann man
hier jedoch den HTML-Quelltext nicht einsehen, da es keinen gibt.
Feedalot 
(http://www.feedalot.com)
Die Anmeldung an Feedalot findet per Web-Formular und eMail-Verifikation
statt. Der komplett in JSP geschriebene Dienst ist einer der schlichteren
Art. Dies bezieht sich sowohl auf das Layout der Seite, als auch auf die
enthaltenen Funktionen. So vermisst man einen OPML-Import oder -Export
gänzlich. Die Feeds, die man manuell angelegt und kategorisiert hat, können
lediglich einzeln gelesen werden. Eine Aggregation ist nur über die sog.
Inbox möglich, die die letzen 10 Beiträge nach Datum darstellt.
Die Ansicht der Einträge ist ebenfalls recht spartanisch: nur die Titel
und die Kurzbeschreibungen können gelesen werden. Dies erspart natürlich
auch die Frage nach der korrekten Darstellung des Beitrags. Ein Klick auf
den Titel zeitigt einen Sprung auf den Artikel des Feed-Autoren.
Einziger Lichtblick und erwähnenswert ist das Firefox-Plugin, mit dem man
die abonnierten Feeds mit Firefox' "Live Bookmarks' synchronisieren kann. So
kann man Feedalot zumindest als zentrale Ablagestelle für Feeds nutzen. Eine
weitere interessante Funktion an Feedalot ist die Möglichkeit über
mob.feedalot.com seine RSS-Feeds in mobilen Geräten wie Palm, Pocket PC oder
BlackBerry einzuspeisen.
Xprss 
(http://xprssit.net)
Xprss sieht zuerst aus wie eine Fingerübung. Das Layout, die Buttons, die
Schrift: alles erinnert an die frühen 90er-Jahre als es
Cascading-Style-Sheets noch nicht gab. Dies liegt wohl vielleicht auch
daran, dass es sich bei der aktuellen Version um eine "Preview" handelt, die
erst am 01.Dezember 2005 online gegangen ist. Bemerkenswert, denn der
Funktionsumfang des Dienstes ist schon recht beachtlich, wenn auch mit
vielen Fehlern behaftet.
Für die Anmeldung braucht
man lediglich das Web-Formular auszufüllen und schon ist man drin. Nun
beginnt die Suche nach der Möglichkeit Feeds hinzuzufügen. Es sei verraten,
dass Xprss die alte Frame-Technik einsetzt und der Kopf-Frame wesentlich
mehr beeinhaltet, als man auf den ersten Blick sieht. Dummerweise sind die
Frames aber nicht in der Größer veränderbar. Die Höhe des Kopf-Frames ist
schlichtweg zu klein.
Hat man den Punkt "Subscriptions" aber erstmal gefunden, so kann man
dort, neben einzelnen Feeds, Xprss auch über eine OPML-Datei befüttern.
Leider fehlt hier ebenfalls der URL-Import. Über den Unterpunkt "Manage
Subscriptions" kann man der am linken Rand der Seite befindlichen und nicht
ganz ausgereiften Navigationsliste, neue Kategorien bzw. Unterkategorien
beibringen und dort Feeds einordnen.
Klick man in der Navigation auf ein Element, so werden alle darin
enthaltenen Feeds, bzw. deren Beiträge im Lesebereich aggregiert. Man kann
dort dann umschalten zwischen einer sog. 'Summaries'-Ansicht, die lediglich
den Titel und die Kurzbeschreibung anzeigt, oder der Vollansicht. Auf einer
Seite des Lesebereichs werden 20 Beiträge auf einmal dargestellt. Alle
weiteren erreicht man über eine Seitenavigation.
Die Optionen, die zusätzlichen Funktion, wie Tagging der Beiträge, et
cetera, erinnern schon sehr stark an den Funktionsumfang von Rojo bzw.
Bloglines, weiter oben in diesem Vergleich. Nur ist die Umsetzung noch nicht
so gelungen. Der Internet Explorer meldet einfach noch zu oft
Javascript-Fehler, obwohl der Dienst nun wirklich nicht im Verdacht steht
mittels AJAX programmiert worden zu sein.
Shortwire 
(http://www.shortwire.com)
Die Anmeldung an Shortwire funktioniert schnell und problemlos über ein
Web-Formular. Mehr ist nicht notwendig. Das Layout wirkt sehr aufgeräumt,
wie auch die Funktionalität des Dienstes. Auf OPML muss man verzichten. Bei
neuen Feeds, die man anlegt, wird neben der URL auch der Titel abgefragt,
was eigentlich unnnötig ist, da RSS-Feeds einen Titel enthalten müssen. Eine
Kategorie wird nicht abgefragt, denn die Anzeige der Feed-Beiträge in
Shortwire funktioniert nach dem Prinzip Aggregation auf höchstem Niveau:
Alle Beiträge werden, gruppiert nach Feed, einfach untereinander geklemmt.
Lediglich die Anzahl der Feeds auf einer Seite kann man beeinflussen und man
kann zwischen einer Headline-Ansicht und der Vollansicht wechseln.
Problem beim Lesen der Beiträge: durch ein ungeschicktes Layout sieht der
Benutzer keine Trennung zwischen den einzelnen Beiträgen. Alles wirkt sehr
unübersichtlich. Dies wird noch durch den Umstand verstärkt, dass das System
keinen Lesestatus unterstützt.
Bei der Programmierung der Seiten setzen die Entwickler von Shortwire
voll auf JSP, ohne die Möglichkeiten von Javascript zu nutzen. Jeder Klick
zeitigt einen kompletten Seiten-Reload, was das Ganze recht langsam macht.
Wenigstens im Feeds enthaltener HTML-Code wird richtig interpretiert; Bilder
stehen da wo sie hingehören.