Der Erfolg des WorldWideWeb ist nicht zuletzt dadurch zustande gekommen,
das es mit einem Male möglich war Informationen über eine weite Entfernung
auszutauschen und diese auch noch ansprechend verpacken zu können. Musste
man sich in den ersten Jahren mit koloriertem Text und ein paar Bildern
begnügen, entstand mit der Zeit immer feinere Techniken um anspruchsvolle
Web-Seiten zu erstellen.
Der Durchbruch kam allerdings erst mit den sog. "Cascading Style Sheets",
mit deren Hilfe wirkliches Layouten möglich wurde. Das Interessanteste an
CSS war und ist jedoch die strikte Trennung von Inhalt und Form. Der Inhalt
steckt in der HTML-Datei und die Form wird mit entsprechend gestalteten
Anweisungen in der CSS-Datei definiert. Wenn man sich die ersten
White-Papers für den zukünftigen WWW-Standard XHTML 2.0 anschaut, so wird
klar, wie weit die Reise in Sachen Trennung in den nächsten Jahren noch
gehen wird. Es wird vollkommen egal sein mit welchem "Gadget" man sich im
Internet bewegt. Über das entsprechende Style-Sheet bekommt man die
Informationen so geliefert wie es zum eigenen Medium passt. Egal ob dies ein
PC, ein Handy oder der Fernseher ist. Die Inhalte sind die gleichen nur die
Darreichungsform ist eine andere.
Um aufzuzeigen was mit CSS alles geht, gründete der amerikanische Web-Designer
Dave Shea (mezzoblue.com) vor einiger Zeit das Projekt
CSS Zen Garden, indem es schlicht darum geht interessierte Webdesigner
und Grafikkünstler aus aller Welt zu bewegen für eine einzige vorgegebene HTML-Seite immer
neue Darstellungsformen in Form von CSS-Dateien zu schreiben.
Erlaubt ist bei der Programmierung alles was gefällt, sofern es nicht
allzu sehr aus dem gesellschaftlichen Rahmen fällt. Einzige Restriktion ist,
dass der XHTML-Code unangetastet bleibt. Erwünscht ist bei der Programmierung
CSS1. CSS2-Tags sollten nur dann eingesetzt werden, wenn die gängigen
Browser die Tags unterstützen und am Ende der
CSS-Validator des W3C
den Code noch als valide anerkennt.
Hauptfokus bei der Entwicklung eines CSS-Datei für den Zen Garden sollte
nicht sein, möglichst viele Tricks und Hacks zu verwenden, die nur ein Bruchteil der
browsenden Öffentlichkeit gesehen werden kann, sondern möglichst praktischen und
funktionalen Code.
Die CSS-Datei und alle dazugehörigen Grafiken eines interessierten
Web-Entwicklers können beim Projekt angemeldet werden und haben somit die Chance
in den "CSS Zen Garden" aufgenommen zu werden.
Nach eigenem Bekenntniss strebt das Projekt danach "zu begeistern, zu
inspirieren und zur Teilnahme zur ermutigen". Und das tut es auch, denn was die
Web-Entwickler dieses Projekts in ihren bislang über 170 verschiedenen Designs für die
Seite geschaffen haben ist schlicht und ergreifend fantastisch. Durch die
einzelnen Seiten zu "zappen" ist entspannend wie der Blick ins Aquarium und
aufregend wie eine Nacht beim brasilianischen Karneval.
Blickt man einmal in die einzelnen hinterlegten CSS-Dateien hinein, kann man
immer wieder Techniken entdecken, die einem vielleicht so noch nicht bekannt
waren. Der Lerneffekt ist enorm. Gerade wenn es darum geht die Browser zu einer
korrekten Anzeige zu bewegen, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben (IE6
lässt grüssen ;)
Wer sich dieses Kleinod der Web-Entwicklung einmal anschauen möchte, hier
noch einmal der Link:
http://www.csszengarden.com
Für all jene, die die Informationen der Seite, d.h. auch die
Teilnahmedebingungen, lieber auf deutsch lesen
möchten, gibt es inzwischen auch eine deutsche Übersetzung unter:
http://www.csszengarden.com/tr/deutsch
Es dauert seine Zeit, bis man alle Designs gesichtet hat, aber es lohnt
sich. Für die Eiligen unter uns habe ich einmal eine kleine Auswahl
zusammengestellt, die aus meiner Sicht die besten Kreationen des Zen Gardens
darstellen:
Alle Designs des CSS Zen Garden verbleiben urheberrechtlich beim Schöpfer,
auch wenn Dave Shea die Teilnehmer bittet sie doch unter die Creative Commons
Lizenz zu stellen. Wer also Lust hat an dem Projekt teilzunehmen, sollte es
tunlichst vermeiden kompletten Code zu übernehmen, sondern die darin enthaltene
Technik studieren und daraus etwas neues, einzigartiges erstellen.